LJ Bogen

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Hallo Irland!

 

Hätten wir unsere Reise nach Irland eine Woche später geplant, wären wir vermutlich daheim auf dem Sofa gesessen und hätten uns in das schöne Land gesehnt, ohne es jemals gesehen zu haben. Einigen von uns wäre sogar das berauschende Gefühl des ersten Flugs entgangen. Ein Glück, dass uns die virale Welle zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht hatte. So konnten wir uns noch Wochen später an die wunderschöne Landschaft, den rauen Wind und die langen Nächte zurückerinnern. Irland hat uns gewissermaßen die entbehrliche „Corona-Zeit“ ein bisschen versüßt.

 

Über den Wolken

Früh morgens, als der Morgen noch dämmrig und unsere Augen noch müde und verschlafen waren, fanden wir uns bei unserem Treffpunkt in Bürs ein und packten unsere Koffer in den Reisebus –endlich konnte das Abenteuer nach Irland losgehen! In Hohenems sammelten wir noch die letzten vier Reiselustigen auf und nun konnten wir Richtung Zürich losstarten. Für einige unserer Reisegruppe ging es zum ersten Mal über die Wolken und so war die Spannung noch größer. Das Flugzeug hob ab und es wurden ordentlich Fotos geknipst und auch die ein oder andere versäumte Minute Schlaf nachgeholt. Sicher gelandet am Flughafen in Dublin wurden wir auch gleich von unserer reizenden Reiseleiterin Colette Farrelly, von uns liebevoll „Kotelette“ genannt, in Empfang genommen.

 


 

Dublin hautnah erleben

Während uns Busfahrer Michael durch ganz Dublin chauffierte, zeigte uns Colette als eingefleischte Irin, welche Sehenswürdigkeiten man sich bei einem Stadtbesuch auf keinen Fall entgehen lassen darf. So passierten wir bei unserer Sight-Seeing-Tour die Saint Patrick's Cathedral, das Parlament, das Famine Monument und zahlreiche historische Bauten sowie auch einige neuzeitliche Kuriositäten wie „The Spire“. Zwischendurch blieben wir, wie es sich für richtige Touristen gehört, bei den Doors of Dublin – kunstvollverzierten Türstöcken in verschiedenen Farben stehen, um ein paar Erinnerungsschnappschüsse zu schießen. Nach einer Stärkung mit einem typisch irischen Lunch machten wir einen kurzen Abstecher in die grüne Lunge Dublins – den Phoenix Park, der mit über 700 Hektar einer der größten innerstädtischen Parks weltweit ist. Dort konnten wir neben handzahmen Rehen und Hirschen auch das riesige Kreuz, dass zum Besuch von Papst Johannes Paul II. aufgerichtet wurde, bestaunen. Als Einstimmung für unseren Rundgang durch die Guiness-Brauerei erzählte uns Colette alles Wissenswerte rund um das Nationalgetränk der Iren, das dort einen Kultstatus genießt. Schenkt man ihren Erzählungen Glauben, ist es für die irische Bevölkerung eine Art Elixier, dass selbst bei Schwangeren wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung beliebt ist. Nun waren wir also alle sehr gespannt auf unser erstes Glas des dunkelbraunen, malzigen Bieres. Wie bei so vielen Dingen, scheiden sich auch hier die Geister, während die einen ganz vernarrt in den ungewohnten Geschmack von Guinness waren, hatten andere Mühe das Glas leer zu trinken. Wir alle waren uns aber einig, dass das sechsstöckige Bier-Museum auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

 

Das irische Nachtleben

Damit wir uns in den zahlreichen Gassen Dublin’s nicht verlaufen konnten, bekamen wir von „unserer Colette“ selbstverständlich eine Einführung ins irische Nachtleben. Sie gab uns hilfreiche Tipps, welche berühmt berüchtigten Bars man in Irland jeden Falls besucht haben muss. Zum Abendessen ließen wir uns ein typisch irisches Essen schmecken. Dazu zählen vor allem Stews (Eintöpfe), Fish & Chips, Steaks & Burger – die deftige, fleischlastige Kost schmeckte uns vorzüglich. Das irische Flair mit Livemusik und charakteristischem Folk ist unverwechselbar, man kann die Lebensfreude der Iren direkt spüren.
 

 


 

Patrick Nuttal’s Schaffarm

Am nächsten Morgen erwartete uns schon die gut gelaunte Colette und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum ersten Betrieb unsere Irlandreise. Auf der Nuttal’s Schaffarm wurden wir von Farmer Patrick begrüßt. Er stellte uns seinen Betrieb mit 200 Mutterschafen und 40 Mutterkühen vor. Mr. Nuttal lebt hauptsächlich vom Verkauf von Lamm- und Rindfleisch und berichtete uns auch von der angespannten Situation am Markt, welche teilweise auch dem Brexit geschuldet ist. Wir erkannten schnell, dass das Irische Niveau im Bereich Tierhaltung nicht ganz mit dem unseren zu vergleichen war. Jedoch ist das Bild naturgemäß auch ein anderes, wenn sich die Tiere noch in Stallungen aufhalten. Durch die lange Vegetationsperiode ist die Weidehaltung in Irland eine Selbstverständlichkeit. Das raue Klima in den Wicklow Mountains ließ den Weidegang zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu, wie uns Bauer Patrick erklärte. Nach der Hofbesichtigung lud er uns auf einen kleinen Imbiss in sein Haus ein. Durch seine offene, ehrliche Art kamen wir leicht mit ihm ins Gespräch und wir tauschten uns gern über die unterschiedlichen Wirtschaftsweisen unserer Herkunftsländer aus. Eine sehr interessante und lehrreiche Hofbesichtigung!

 

Baileys Farm

Nach der Besichtigung der Nuttal’s Farm ging es durch die hügelige, frühlingshafte Landschaft der Wicklow Mountains weiter zum nächsten Betrieb. „Unsere“ Colette, die ihre Aufgabe als Reiseleiterin sehr ernst nahm, berichtete uns unterdessen über die historischen und gegenwärtigen Besonderheiten Irlands. Die Milchwirtschaft hat sich in Irland zu einem der rentabelsten, landwirtschaftlichen Betriebszweige entwickelt. Den Prototyp einer irischen „Dairy Farm“ konnten wir bei Familie Hyden besichtigen. Der Hof von Joe und Michael Hyden ist DAS Aushängeschild der Betriebe, die Milch für die Baileys-Herstellung produzieren. Bauer Joe begrüßte jeden von uns sehr herzlich per Handschlag und verwöhnte uns passend zur Tea-Time mit leckeren Scones. Während wir munter vor uns hin schmatzten, führte uns Mister Hyden in die irische Milchwirtschaft ein. Neben Baileys ist vor allem die irische Butter bis über die Grenzen hinaus bekannt. 90% der irirschen Milchprodukte werden exportiert und die Hälfte der weltweiten Trockenmilch kommt aus Irland. Bauer Joe berichtet uns, dass sich die irische Milchproduktion durch den Fall der Quotenregelung im Jahr 2014 um 50% gesteigert hat. Bis dato lässt sich mit dem „weißen Gold“ hierzulande noch ein sehr gutes Einkommen erwirtschaften. Der irische Markt ist aber natürlich auch von den Absatzmärkten anderer Länder, insbesondere von Großbritannien, abhängig. Nach seinen interessanten Ausführungen führte und Joe Hyden durch seinen gepflegten Betrieb, auf dem 175 Milchkühe gehalten werden. Die Kalbinnenaufzucht hat er auf den Betrieb seines Bruders ausgelagert, der bei ihm als Mitarbeiter angestellt ist. Joe selbst rechnet sich nur zu 50% als Arbeitskraft, da er viele Betriebsführungen macht und zahlreiche Besucher seinen Hof besichtigen wollen. Damit diese ganze Arbeit gestemmt werden kann, ist noch ein zweiter Mitarbeiter angestellt. Ein wirklich spannender Einblick in die irische Milchwirtschaft!

 


 

Causey Farm

Am Samstagmorgen vergrößerte sich unsere Gruppe durch das Zusammentreffen mit der Landjugend-Jungbauernschaft Vorderwald, welche zu selben Zeitpunkt eine Irlandreise machte. Zusammen war die Busfahrt noch lustiger und unser heutiger Busfahrer Tony versüßte uns die Busfahrt zusätzlich mit seinem schwarzen Humor. Die Causey Farm wird von Familie Murtagh und ihren zahlreichen Mitarbeitern bewirtschaftet. Neben Mastrindern, werden Schafe, Schweine, Hühner, Gänse und Hunde auf dem Hof gehalten. Es handelt sich bei diesem Betrieb aber nicht um einen klassischen Bauernhof, der Lebensmittel produziert, sondern eher um eine Erlebnis-Farm. Neben Brotbackkursen und Moorwanderungen/-bädern werden vor allem zu Halloween gruselige Erlebnispfade durch den Heustall angeboten. Auch wir durften diesen Spuk durchleben und waren froh, als zwar heiser, aber heil wieder draußen angekommen waren. Das Highlight der Farmbesichtigung war die Vorführung der Border-Collies, die als Hütehunde eingesetzt werden. Gut war der Unterschied zwischen dem jüngeren, unerfahrenen Hund und dem älteren Routinier zu sehen. Auch wenn dem jüngeren Hund noch ein paar Schafe ausbüxten, stellt er sich schon sehr geschickt an. Die Causey-Farm war auf jeden Fall ein Paradebeispiel für den Innovationsgeist der irischen Landwirte.

 

Ausklang

Nach der Rückfahrt nach Dublin genossen wir unseren freien Nachmittag beim klassischen „Lädala“, wo allerhand Souvenirs ergattert wurden. Den letzten Abend in Dublin ließen wir bei einem schmackhaften Abendessen ausklingen. Mit einem Koffer voller Erinnerungen traten wir am Sonntagmorgen wieder unsere Heimreise an. Der Tenor zur Agrarreise war einhellig: es war eine spannende Reise in ein wunderschönes Land mit unzähligen unvergesslichen Erlebnissen!
Thank you Ireland – it was a pleasure!


Reisebericht von Hannah Türtscher

 


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